Volle Fahrt voraus 2019 – Logistik digital gestalten

Dr. Fabian Struck 19 Dez 2018 6 min Lesezeit

Eine Logistik, die auch in Zukunft leistungsstark und wettbewerbsfähig sein will, schafft das nur, indem sie sich digitalisiert. Dieser Weg ist für die Unternehmen jedoch mit so manchen Schwierigkeiten verbunden. In unserem Artikel erfahren Sie, welche Schwierigkeiten das sind und wie Sie diese Hürden durch die Zusammenarbeit mit jungen, digital aufgestellten Speditionen überwinden können.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf dem Weg ins digitale Zeitalter. Längst haben das große Unternehmen wie Maersk oder Kühne & Nagel erkannt. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen haben die Berührungsängste mit der Digitalisierung mittlerweile verloren und sehen sie als Chance.

Um so mehr überrascht das Ergebnis einer Studie der Münchener Schunck Group, bei der 37 % der befragten Betriebe angaben, keine Digitalisierung ihrer Arbeit zu planen. Der Leiter der Studie sagte: „… ich hätte die Frage eigentlich nicht in der Umfrage gestellt, weil ich davon ausging, dass 100 Prozent mit „ja“ darauf antworten.“¹

Wie lässt sich also das Zögern der Unternehmen erklären und wie kann FreightHub diese Unternehmen auf ihrem Weg in die Digitalisierung unterstützen?

Digitalisierung schafft Wettbewerbsvorteile

Das größte Potential der Digitalisierung liegt in der Steigerung der Effizienz, wodurch sich ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten ableiten lässt.
Stichworte sind beispielsweise das verbesserte SupplyChain Risikomanagement, eine flexiblere und transparentere Lieferkette, oder auch eine höhere Planungsqualität aufgrund höherer Datenqualität.

Unternehmen, die sich digitalisieren, geben dafür als Hauptgründe die eigene Zukunftssicherung, die Prozesseffizienz, wachsende Anforderungen seitens der Kunden und den Wettbewerbsdruck an.
Jahresvergleiche lieferten bereits genaue Zahlen die belegen, wie Unternehmen durch die Digitalisierung ihre Effizienz um 3 – 5 % steigern konnten. Das Beispiel der Produktionsstätte von Bosch Rexroth in Homburg zeigt, was mit Industrie 4.0 erreicht werden kann: Nach der Umgestaltung der Produktionslinie für Ventile in neun autonome Arbeitsstationen konnte die Zahl der Inventurtage halbiert, der Lagerbestand um 30 % reduziert und die Produktionsleistung um 10 % Prozent verbessert werden.

Wie schnell lassen sich Fortschritte bei der Digitalisierung erreichen?

Hinter dem Begriff Industrie 4.0 steht die Vernetzung von Dingen (IoT) und Systemen. Um diese Vernetzung zu leisten, müssen zuerst analoge Prozesse in digitale umgewandelt werden. Deswegen wird Industrie 4.0 auch häufig mit dem Begriff Digitalisierung gleichgesetzt.
Generell gesagt stützen sich die Veränderungen der physisch automatisierten Produktion durch Industrie 4.0 auf vier Prinzipien²:

  • Transparente und korrekte Informationen
  • Schnellere, dezentrale Entscheidungen auf Basis dieser Informationen
  • nahtlose Zusammenarbeit zwischen Maschinen
  • Technisch gestützte Interaktionen zwischen Menschen und Maschinen

Von Anfang an stellte sich dabei nicht nur die Frage nach den Potenzialen und der konkreten Anwendung der Digitalisierung, sondern auch nach den Veränderungen für die Unternehmenskultur.

Mittlerweile stehen zwei Dinge fest:
1. Der Weg zu Industrie 4.0 ist für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg unabdingbar.
2. Die Unternehmen müssen sich allerdings rechtzeitig auf den Weg machen, denn die Umsetzung braucht Zeit.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers geht davon aus, dass es durchschnittlich 5 Jahre dauert, bis Unternehmen einen Digitalisierungsgrad von 80 % in ihrer Wertschöpfungskette erreichen.³

Sowohl Technologieanbieter als auch Produktionsunternehmen setzen große Erwartungen in Industrie 4.0. Der Optimismus nahm in den letzten Jahren sogar zu. Insbesondere die Logistikbranche hat die Digitalisierung als große Chance erkannt. Einem McKinsey Report aus dem Jahr 2016 zufolge zeigten sich bei sechs von zehn Unternehmen jedoch keine oder nur begrenzte Fortschritte bei der Digitalisierung. Als Ursache hierfür identifizierte der Report im Wesentlichen fünf Hindernisse, welche die Unternehmen bei der Einführung von Industrie 4.0-Strategien ausbremsten. Zu den Hürden zählten

  • Schwierigkeiten bei der Koordinierung der Abteilungen
  • Mangel an qualifizierten Mitarbeitern
  • Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit
  • fehlende Geschäftsideen
  • – aber vor allem auch der Mangel an Mut, radikale Transformationen durchzusetzen.

Logistik und Supply Chain Management als Priorität

Den höchsten Investitionsbedarf sieht die Industrie bei der Supply Chain.³
Das ist plausibel, da gerade für diesen Bereich noch ein großer Anteil manueller Arbeit typisch ist, er aber gleichzeitig von korrekten Daten und Informationen abhängt. (Siehe hierzu auch unser Whitepaper über intelligentes Transportmanagement.)

Jedoch stellt die Strategieberatung Strategy& in ihrer weltweit angelegten Studie „Global Digital Operations Study 2018“ fest, dass deutsche Firmen in vielen Bereichen hinter asiatischen und nordamerikanischen Firmen zurückbleiben. So nutzen erst 37 % der deutschen Firmen die integrierte End-to-End-Supply-Chain-Planung, während es in Amerika und der Region Asien-Pazifik bereits jeweils über die Hälfte sind. 

Industrie 4.0 kann aber ohne effiziente Logistik und Beschaffung 4.0 nicht stattfinden. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen, die 99 % der Unternehmen des Landes ausmachen, sind bei der Digitalisierung gefordert. Jedoch nimmt das Thema im deutschen Mittelstand nur einen niedrigen Rang auf der Prioritätenliste ein: 81% Unternehmen in der Logistik arbeiten kaum oder wenig digital und setzen mit Papier und Telefon immer noch auf Techniken des vergangenen Jahrhunderts.⁵

Nehmen wir als Beispiel die Transportlogistik: Die Einführung des standardisierten Containers vor 60 Jahren ermöglichte einen enormen Effizienzgewinn und weltweites Wachstum. Parallel dazu schwoll jedoch der Informationsfluss immens an und nahm an Komplexität deutlich zu. Dennoch begegnen zwei Drittel der Unternehmen dieser Informationsflut bis heute mit Exceltabellen und Papierakten. Nach wie vor sind manuelle Dateneinträge oder fragmentierte Systemlandschaften mehr die Regel als die Ausnahme.

Was bremst die Digitalisierung aus?

Natürlich hat die Mehrheit der Unternehmen bereits erkannt, dass eine effizientere Supply Chain ein enormes Potential bietet und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten verschaffen kann. Beispielsweise lässt sich die Supply Chain mit Hilfe von Datenanalysen durchgängig designen, was On-time, In-Full Deliveries ermöglicht. Außerdem können Markteinführungszeiten reduziert werden.⁶ Der Einsatz transparenter Daten und Algorithmen bietet dem Logistiksektor die Chance, sein Betriebsmodell zu erneuern – weg vom reaktiven Handeln hin zu proaktiven und vorhersagbaren Vorgehensweisen. Insbesondere die Kunden würden hiervon profitieren.

In der Transportlogistik existieren jedoch Hindernisse, die eine schnelle Transformation in den meisten Unternehmen hemmen.

Die drei größten Probleme sind:

Intransparenz
Mit zunehmender Komplexität der Lieferkette wird eine verbesserte Sichtbarkeit von Lieferanten und Produktverfügbarkeit zu einer Top-Priorität. Hierfür müssen Technologie und Prozesse in Einklang gebracht werden. Allerdings haben viele Unternehmen mit dem Problem fehlender Informationen oder mangelhafter Datenqualität zu kämpfen. Daten sind jedoch eine Schlüsselressource und bilden den eigentlichen Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der eigenen Logistik.

Abhängigkeit vom zuverlässigen Service anderer Partner
In den Transportprozess sind immer viele Parteien involviert, die jeweils einen bestimmten Informationsstand haben müssen. Die Unternehmen sind also in gewisser Weise von der Performance ihrer Partner abhängig. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass eine Auflösung dieser Abhängigkeiten bereits verschiedene Mängel behebt.

Ungenügende Kommunikation und Koordination
Vor allem wenn es in der Supply Chain stockt, kommt es auf einen schnellen Informationsfluss an. Jedoch sieht sich ein Großteil der Unternehmen mit fehlender Proaktivität und einem schlechtem Exception Handling konfrontiert. Wie uns viele Kunden erzählten, sei das eine der größten Belastungen, denen sie täglich gegenüberstehen.

Digitalisierung begrenzt sich nicht nur auf die Technologie

Logistik 4.0 lässt sich nicht mit reinem Technologieeinsatz realisieren. Um die digitale Transformation anzuschieben, ist eine Veränderung der Denkweise nötig.

Ein wirkungsvoller Ansatz bei der notwendigen Anpassung der Wertschöpfungskette bietet hier das TCO Konzept (Total Cost of Ownership). Das Konzept dient dazu, versteckte Kostentreiber zu identifizieren, wodurch sich die Gesamtkosten der Lieferkette reduzieren lassen. Ein Großteil der Unternehmen kennt dieses Konzept – konkrete Anwendung findet es allerdings eher selten. Es kommt sogar vor, dass Initiatoren innerhalb des eigenen Unternehmens ausgebremst werden. Stattdessen werden oftmals nur rudimentäre Basis-KPIs wie Transitzeiten berücksichtigt oder sogar nur reine Transportkosten gemessen.

So wie sich Denkweisen nicht auf die Schnelle verändern lassen, braucht auch die digitale Transformation Zeit. Obwohl sich viele Unternehmen für Industrie 4.0 bereit fühlen, wird klar, dass Handlungsbedarf besteht.

Jedoch konstatiert die Bundesvereinigung Logistik: „Dennoch zeigt sich, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen abwarten, bis erprobte Lösungen für den Einsatz in der Praxis vorliegen. Diese Haltung kann geschäftsschädigend sein, denn im digitalen Zeitalter ist eine hohe Innovationsgeschwindigkeit wichtiger denn je. Die digitale Transformation muss folglich fest mit allen Facetten in die Logistik- und Supply Chain Management-Strategie integriert werden.“⁷

Das nötige Know-how kommt von jungen Partnerunternehmen

Eine entscheidende Hürde für die Digitalisierung ist häufig der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. So stellt Deutschlands Digitalverband Bitkom in einer Untersuchung fest: „Die Unternehmen scheuen nicht vor Investitionen in die Digitalisierung zurück, aber ihnen fehlt offensichtlich das Know-how, um die digitale Transformation aktiv gestalten zu können.“
Weil das richtige Personal im eigenen Unternehmen fehlt, nutzen Unternehmen für ihre Digitalisierung deswegen zunehmend Partnerschaften mit jungen, innovativen Unternehmen.

Ihr Tech-Partner FreightHub

Das Geschäftsmodell, Logistik und Transporte anzubieten, ist nicht neu. Neu hingegen ist, dass mit FreightHub erstmals eine „Tech-Company“ diese Dienstleistungen übernimmt.

Unsere Kunden profitieren von unseren technologischen Service: Unsere Leistungsfähigkeit beruht auf einer zentralen, verlässlichen Koordinationsstelle, Analytics und automatisierten Prozessen. Mit diesem Know-How wollen wir unseren Kunden helfen, die Hürden auf dem Weg zur Digitalisierung zu überwinden und ihre Logistik so auf eine neue Stufe zu heben. Dabei wollen wir nicht auf morgen warten, sondern heute bereits wirtschaftliche Verbesserungen für unsere Kunden erzielen.

Indem FreightHub neue Technologien wie smarte Algorithmen einsetzt und Daten hoher Qualität und gleichzeitig geringer Latenz bereitstellt, können wir zuverlässige und effiziente Prozesse und Dienstleistungen gewährleisten. Diese machen die Logistik unserer Kunden

    • transparenter: durch hohe Datenqualität, Transportpläne und moderne API
    • zuverlässiger: durch Tech Enabled Operations und proaktives Exception Management
    • und effizienter: durch Zeitersparnis aufgrund übergreifende Kollaboration an einer Stelle, z.B. Supplier Booking

Fazit

Sie werden von der Erfahrung, mit einem digitalen Tech-Partner zu arbeiten profitieren. Sie profitieren konkret von den wirtschaftlichen Verbesserungen, und Sie profitieren langfristig gesehen von der Möglichkeit, Ihre Digitalisierung gemeinsam mit einem technologisch avisierten Partner voranzutreiben.

Vor allem aber wollen wir Ihnen den Einstieg in die digitale Welt erleichtern. Intransparente Lieferketten, mangelnde Kommunikation oder Abhängigkeit von der Performance der Partner sind Hürden, die sich überwinden lassen. Die digitale Spedition FreightHub besitzt das technologische Rüstzeug, um Sie mit allem auszustatten, was Sie bereit für Ihre digitale Zukunft macht.

Weiterführende Link

¹ 24.09.2018: Logistikbranche sieht Digitalisierung als Chance

² 17.09.2018: Makes sense of, and making progress with, industry 4.0

³ Dezember 2014: Industry 4.0 – Opportunities and Challenges of the Industrial Internet

⁴ 11.04.2018: Industrie 4.0: Deutsche Firmen hinken hinterher

⁵ 27.07.2018: Wie die Logistikbranche die Digitalisierung verschläft

⁶ 05.11.2017: GEODIS unveils its 2017 Supply Chain Worldwide Survey

Bundesvereinigung Logistik

 

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