Kein Jahrhundertsommer ohne Niedrigwasser am Rhein

31 Jul 2019 4 min Lesezeit
Julia Kazubek Julia Kazubek

Update vom 23.09.2019

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Pegel Kaub auf dem Rhein aktuell wieder bedenklich sinkt. Laut Prognose wird die gesamte Woche Kleinwasser herrschen. Zu diesem Zeitpunkt herrscht ein Pegelstand von unter einem Meter. Dieser Wert liegt zwar über den Werten aus dem Vorjahr, wird aber vermutlich im Laufe des Oktobers und Novembers 2019 weiter sinken. Klicken Sie hier, um den tagesaktuellen Stand selbst einzusehen.

Aufgrund der ausbleibenden Regenfälle müssen Sie also mit KWZ der Staffel 3 bis 4 sowie eventuellen Lieferverzögerungen rechnen. Besprechen Sie mit Ihrem Ansprechpartner bei FreightHub, ob für Ihre aktuellen Shipments ein Wechsel auf Bahnfrachten sinnvoll ist.

Eine Prognose über die Entwicklung der Niederschläge, ist zur Zeit leider noch nicht möglich. Eine Entspannung ist eher unwahrscheinlich.

— Originaler Beitraf —

Auch wenn es diese Woche endlich regnet, möchten wir Sie vorwarnen, dass es zum Spätsommer vermehrt zu Niedrigwasser und damit verbundenen Kleinwasserzuschlägen (KWZ) kommen kann. 

In unserem Artikel präsentieren wir Ihnen die aktuellen Pegel, die für Ihre Transporte gelten können und stellen Ihnen darüber hinaus deutschlandweite Maßnahmen vor, die sich zum Ziel gesetzt haben, Niedrigwasser in der Binnenschifffahrt zukünftig besser zu handhaben.

Welcher Pegel für Sie gilt: Überblick über die bevorstehenden Niedrigwasserstände und KWZ

Pegel Kaub

Der Pegel Kaub gilt als der wichtigste Pegel für die Binnenschifffahrt auf dem Mittelrhein, speziell für die Strecke zwischen Koblenz und Bingen am Rhein.

Auch wenn sich der Pegel Kaub momentan wieder eingepegelt hat, galt für ihn letzte Woche noch die Stufe 2 mit einem Wasserstand zwischen 1,30 – 1,11 Metern. Für Transporte südlich des Terminals Andernach hat dies zur Folge, dass Ihnen KWZ in Rechnung gestellt werden können.

Überblick über die Staffelungen am Pegel Kaub

  • Staffel 1: 150 – 131 cm
  • Staffel 2: 130 – 111 cm
  • Staffel 3: 110 – 96 cm
  • Staffel 4: 95 – 81 cm
  • Ab 80 cm: freie Vereinbarung 

Pegel Ruhrort

Der Pegel Ruhrort gilt für den Raum Duisburg und misst den Wasserstand des Rheins. Er steht seit dem 28.07.2019 bei Stufe 1 mit 2,70 – 2,51 Meter. Die Prognose lautet sinkend, sodass auch in den nächsten Wochen mit KWZ zu rechnen ist. Der Kleinwasserzuschlag wird nur für volle (beladene) Container abgerechnet.

  • Talfahrt (Export):          fahrplanmäßige Schiffsabfahrt am Inlandsterminal
  • Bergfahrt (Import):       fahrplanmäßige Schiffsabfahrt im Seehafen

Für Terminals, die südlich der Wesel liegen und bis Koblenz reichen, gilt der Pegel Duisburg-Ruhrort als Bezugspegel. Weitere Informationen können Sie hier entnehmen.

Pegel Köln

Der Pegel Köln steht in der Kölner Altstadt am linken Rheinufer und misst den Wasserstand des Rheins. Er ist neben dem Pegel Kaub, der bedeutendste und einer von 22 Pegeln am Rhein. Betrieben wird er vom Wasser- und Schifffahrtsamt Köln.

Für den Pegel Köln gilt aktuell die Stufe 1 für den Wasserstand von 1,95 – 1,76 Meter. Für Terminals südlich von Köln bis einschließlich Andernach hat dies zur Folge, dass Ihnen KWZ in Rechnung gestellt werden können.

Maßnahmen für die deutschen Binnengewässer

Rhein-Aktionsplan des BMVI

Der Rhein ist die wichtigste Binnenwasserstraße Deutschlands. Im Zuge des Klimawandels werden die Trockenperioden in Deutschland zunehmend länger und stärker. Der Rhein ist besonders davon betroffen und neigt im Sommer seit Längerem zu langen und ungewöhnlich niedrigen Wasserständen, die zu Stau, Transportausfällen und höheren CO2-Emissionen führen. Fahren weniger Binnenschiffe auf dem Rhein, müssen Unternehmen ihre Produktion zurückfahren, wodurch die Versorgung der Bevölkerung schnell gefährdet wird.

Das soll sich ändern. 

Am 4. Juli 2019 hat Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer den Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ mit insgesamt acht Maßnahmen für zuverlässige und kalkulierbare Transportbedingungen am Rhein vorgestellt, den er zusammen mit Vertretern der Stahl-, Chemie- und Mineralölindustrie, Produzenten mineralischer Massenrohstoffe sowie dem Binnenschifffahrtsgewerbe ausgearbeitet hat.

Der Aktionsplan beinhaltet acht Maßnahmen in den vier Handlungsfeldern „Informationsbereitstellung“, „Transport und Logistik“, „Infrastruktur“ und „Langfristige Lösungsansätze.“ Konkret bedeutet das:

Aktionsplan Niedrigwasser Rhien

Quelle: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/WS/grafik-aktionsplan-niedrigwasser-rhein.png?__blob=publicationFile

Wir sind gespannt, ob das Bundesministerium Ihrem Credo „mehr Schiff statt Stau und mehr H2O statt CO2“ nachkommt. Weitere Informationen können Sie direkt der Website des BMVI entnehmen. 

Fahrrinnenanpassung der Elbe

Um die Binnenschifffahrt auf der Elbe auch bei Niedrigwasser zu gewährleisten, wird seit dem 23. Juli 2019 die Fahrrinne der Unter- und Außenelbe verbreitert und vertieft, um mehr Flexibilität, Effizienz, Kapazität und Sicherheit für Großschiffe zu schaffen. Laut Prognosen des Bundesministeriums sollen sich Zahl der großen Containerschiffe, die die Elbe auf dem Weg zum Hamburger Hafen passieren, auf 2800 erhöhen, was eine Verdoppelung entsprechen würde. Zusätzlich wird die Zufahrt unabhängiger von Ebbe und Flut, sodass insbesondere Containerschiffe aus Ostasien Hamburg zuverlässig und sicher anlaufen. 

Konkret wird die Fahrrinne der Elbe zwischen Wedel und der Störmündung von 300 auf 320 Meter verbreitert. Damit können Schiffe mit einer Breite von 92 Metern sicher aneinander vorbeifahren oder einander überholen. Zudem wird auf Länge von acht Kilometern die sogenannte Begegnungsbox bei Wedel mit einer Breite von 385 Metern gebaut, was Gegenverkehr von bis zu 4 großen Containerschiffen pro Tiede möglich macht. Die Vertiefung der Elbe erstreckt sich auf einen Tiefgang von 13,50 Meter tideunabhängig (14,50 Meter tideabhängig). Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier

Schiffsumbau bei Contargo 

Als Reaktion auf den warmen Sommer in 2018, baut Contargo seine Schiffe um. In den Werften in Antwerpen und Dordrecht wurde an vier Schiffen ein Blech angeschweißt, dass sie nur noch 130 statt 150 cm tief im Wasser liegen müssen, damit die Propeller richtig arbeiten können. Der Umbau trägt dazu bei, dass die Schiffe bei gleichem Wasserstand mit 10 bis 15 cm mehr Tiefgang fahren können, was wiederum bedeutet, dass sie bei Niedrigwasser 200 bis 300 t mehr Fracht transportieren können.

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Wöchentliche Neuigkeiten aus der Branche

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Julia Kazubek

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