INCOTERMS: Übersicht und Definition der wichtigsten Klauseln

Michael Wax 07 Dez 2017 4 min Lesezeit

Beim internationalen Transport von Waren ist die Planung und Abstimmung zwischen Verkäufer und Käufer durch die sogenannten INCOTERMS unerlässlich. Einige der wichtige Fragen, die vor dem Versand der Fracht geklärt werden müssen, sind beispielsweise:

Wer organisiert den Haupttransport?
Wer übernimmt die Kosten für den Haupttransport?
Wer trägt das Risiko des Verlustes oder der Beschädigung von Gütern?

Für solche Transportvereinbarungen werden die INCOTERMS (International Commercial Terms) oder zu Deutsch “Internationale Handelsklauseln” verwendet. Die INCOTERMS werden von Regierungen, Justizbehörden und Praktikern weltweit für die Auslegung der am häufigsten verwendeten Begriffe im internationalen Handel akzeptiert. Diese Handelsbedingungen definieren die Rollen des Käufers und Verkäufers, einschließlich Eigentum, Risiko und Verantwortlichkeiten beider Parteien sowie die Übertragung der Waren während des gesamten Versandprozesses.

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Definition der INCOTERMS

Die ersten INCOTERMS, eine eingetragene Marke der Internationalen Handelskammer, wurden 1923 herausgegeben und werden seitdem regelmäßig und zuletzt im Jahr 2010 aktualisiert. Die Incoterms werden in Verträgen im 3-Buchstaben-Format verwendet, gefolgt von dem im Vertrag angegebenen Ort, wie z.B. dem Hafen oder dem Ort, an dem die Ware abgeholt werden soll.

In der letzten Aktualisierung sind 11 allgemeine Klauseln beschrieben, die auf alle Transportmodi und Verkehrsmittel anwendbar sind. Zudem gibt es zusätzliche Klauseln, die speziell für die See- und Binnenschifffahrt gelten. Neben dem Bill of Lading oder den HS-Codes, sind auch die Incoterms ein fester Bestandteil der Logistik.

Die INCOTERM Klauseln im Detail + Grafische Darstellung

Hier geben wir Ihnen Übersicht über die Anwendung der elf allgemeinen Regeln. Für alle, die es noch etwas genauer wissen möchten, ist die Internationale Handelskammer (ICC) eine gute Anlaufstelle, um sich genauer über alle Klauseln zu informieren.

INCOTERMS Klauseln im Überblick

Übersicht der Incoterms:

EXW – Ab Werk – Der Verkäufer liefert, sobald er die Ware dem Käufer am Standort des Verkäufers oder an einem anderen bestimmten Ort zur Verfügung stellt. Der Verkäufer braucht die Ware weder auf ein Sammelfahrzeug zu verladen, noch ist er für die Verzollung der Ware verantwortlich.

FCA – Free Carrier / Frei Frachtführer – Der Verkäufer liefert die Ware an den Spediteur oder eine andere vom Käufer benannte Person am Ort des Verkäufers oder an einem anderen benannten Ort.

FAS – Free Alongside Ship / frei längsseits Schiff – Der Verkäufer liefert, wenn die Ware neben dem vom Käufer benannten Schiff im benannten Verschiffungshafen platziert wird. Die Gefahr des Verlusts oder der Beschädigung der Ware geht mit dem Verlassen des Schiffes über, und der Käufer trägt ab diesem Zeitpunkt alle Kosten.

FOB – Free On Board / frei an Bord – Der Verkäufer liefert die Ware an Bord des vom Käufer benannten Schiffes im benannten Verschiffungshafen. Die Gefahr des Verlusts oder der Beschädigung der Ware geht mit dem Eintreffen der Ware an Bord des Schiffes über, und der Käufer trägt ab diesem Zeitpunkt alle Kosten.

CPT – Carriage Paid To / Fracht bezahlt bis – Der Verkäufer liefert die Ware an den Spediteur oder eine andere vom Verkäufer benannte Person an einem vereinbarten Ort. Der Verkäufer hat die Transportkosten zu tragen, die notwendig sind, um die Ware zum Bestimmungsort zu bringen.

CFR – Cost and Freight / Kosten und Fracht – Der Verkäufer liefert die Ware an Bord des Schiffes. Die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware geht mit der Ankunft der Ware an Bord des Schiffes über. Der Verkäufer hat die Kosten und die Fracht zu übernehmen, die notwendig sind, um die Ware zum benannten Bestimmungshafen zu bringen.

CIF – Cost, Insurance, Freight / Kosten, Versicherung und Fracht bis zum Bestimmungshafen – Der Verkäufer liefert die Ware an Bord des Schiffes. Die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware geht mit der Ankunft der Ware an Bord des Schiffes über. Der Verkäufer hat die Kosten und die Fracht zu übernehmen, die notwendig sind, um die Ware zum benannten Bestimmungshafen zu bringen. Der Verkäufer schließt auch eine Versicherung gegen das Risiko des Käufers ab, dass die Ware während der Beförderung verloren geht oder beschädigt wird. Der Verkäufer ist lediglich verpflichtet, eine Mindestversicherung abzuschließen. Wenn der Käufer jedoch mehr Versicherungsschutz wünscht, muss er sich entweder mit dem Verkäufer abstimmen oder eine eigene Zusatzversicherung abschließen.

CIP – Carriage Insurance Paid / Fracht und Versicherung bezahlt – Der Verkäufer liefert die Ware an den Spediteur oder eine andere vom Verkäufer benannte Person an einem vereinbarten Ort. Der Verkäufer hat die Kosten der Beförderung zu tragen, um die Ware zum Bestimmungsort zu bringen. Darüber hinaus ist der Verkäufer verpflichtet, eine Mindestversicherung abzuschließen. Wenn der Käufer mehr Versicherungsschutz wünscht, muss er entweder mit dem Verkäufer eine Vereinbarung treffen oder eine eigene Zusatzversicherung abschließen.

DAT – Delivered At Terminal / geliefert Terminall – Der Verkäufer liefert, wenn die Ware entladen und dem Käufer an einem benannten Terminal am benannten Hafen oder Bestimmungsort zur Verfügung gestellt wird. Der Verkäufer trägt alle Risiken, die mit dem Transport der Ware zum Terminal im benannten Hafen oder Bestimmungsort verbunden sind.

DAP – Delivered At Place / geliefert benannter Ort – Der Verkäufer liefert, wenn die Ware dem Käufer auf dem ankommenden Transportmittel zur Verfügung gestellt wird und am Bestimmungsort entladebereit ist. Der Verkäufer trägt alle Risiken, die mit dem Transport der Ware an den genannten Ort verbunden sind.

DDP – Delivered Duty Paid / geliefert Zoll bezahlt – Der Verkäufer liefert die Ware, wenn die Ware dem Käufer zur Verfügung gestellt, bei Ankunft zur Einfuhr freigegeben und am Bestimmungsort entladebereit ist. Der Verkäufer trägt alle Kosten und Risiken, die mit dem Transport der Ware zum Bestimmungsort verbunden sind, und ist verpflichtet, die Ware nicht nur für den Export, sondern auch für den Import freizumachen, alle Zollgebühren sowohl für den Export als auch für den Import zu entrichten und alle Zollformalitäten zu erledigen.

Zu guter Letzt

Der Shipper sollte bei der Planung des Transports eng mit Spediteuren und anderen Logistikpartnern zusammenarbeiten. Erfahren Sie mehr darüber wie wir Ihnen mit unserer digitalen Lösung zur Seite stehen können. Und mit unserem Newsletter bleiben Sie stets auf dem Laufenden zu allen Themen rund um die Zukunft der Logistik – melden Sie sich ganz einfach recht oben auf dieser Seite an!

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