Dein FBA-Export-Leitfaden: Kompaktes Zollwissen für Dein internationales Geschäft

19 Aug 2019 16 min Lesezeit
Julia Kazubek Julia Kazubek

Für jeden erfolgreichen FBA-Seller kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem er über Strategien nachdenkt, um sein FBA-Business zu skalieren. Erfahrene Händler setzen dabei schon lange auf Importe aus China, um ihre Gewinnmarge zu maximieren. Es gibt aber ein zweites Anzeichen dafür, dass Dein FBA-Geschäft expandiert: Du verkaufst international.

Die Erweiterung auf die Amazon-Marktplätze außerhalb Deutschlands macht sich bezahlt und ist einfach umzusetzen. Zudem kannst Du die FBA-Lager in den Zielmärkten nutzen. Es ist in dieser Hinsicht recht komfortabel, ein FBA-Exportgeschäft aufzubauen, da Amazon die Seller, die weltweit versenden wollen, unterstützt. Daher wächst die Zahl der Händler, die ihre Waren ins Ausland versenden.

Allerdings ergeben sich aus dem Warenexport einige Pflichten: Sobald Waren die Grenzen der EU passieren, sind Zollvorschriften zu beachten. Da es im Trend liegt und sich finanziell lohnt, international zu verkaufen, ist fundiertes Zollwissen also nützlich für Dich.

Um Dich bei der Planung Deines weltweiten Amazon-Versandgeschäfts zu unterstützen, haben wir für Dich in diesem Ratgeber die wichtigsten Informationen über die Verzollung beim Export Deiner Waren zusammengefasst.
Wir empfehlen Dir darüber hinaus, Dich auf jeden Fall mit Deinem Steuerberater zusammenzusetzen, bevor Du mit Deinem Amazon-Exportgeschäft international durchstartest.

Wann handelt es sich bei Deinem Versand um einen Export?

Eine Warensendung, die Du außerhalb Deutschlands schickst, ist auf den ersten Blick ein Exportgeschäft. Je nachdem, in welches Land Du exportieren willst, gibt es jedoch gravierende Unterschiede was die Verzollung (und die Besteuerung) angeht. 

Zolltechnisch wird ein Exportgeschäft daran festgemacht, ob die Sendung die Europäische Union verlässt, also in ein sogenanntes Drittland geht. Deswegen wird zwischen dem EU-Binnenhandel und dem weltweiten Außenhandel unterschieden. Richtigerweise heißt eine Warenlieferung innerhalb der EU daher nicht Export, sondern innergemeinschaftliche Lieferung.

Für Dich bedeutet das konkret, dass Du Dich bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung nicht um Zollerklärungen oder Zollgebühren zu kümmern brauchst. Die EU ist eine Zollunion, weswegen innerhalb der Union in der Regel freier Warenverkehr herrscht – mit der Konsequenz, dass Du keine Zollpapiere benötigst. Deine EU-Kunden können allerdings von Dir eine Lieferantenerklärung anfordern. Was es mit dieser Lieferantenerklärung auf sich hat, erklären wir Dir weiter unten. 

Anders sieht es aus, wenn Deine Waren die EU verlassen, was beispielsweise beim Export in die USA oder beim Export in die Schweiz der Fall ist. Hier ist eine zollrechtliche Abfertigung vorgeschrieben, welche bestimmte Formalitäten mit sich zieht. Um dabei nicht die Übersicht zu verlieren, macht es Sinn, sich den Exportprozess als zwei Teilbereiche vorzustellen. Zum einen wäre da die Ausfuhr aus der Europäischen Union, zum anderen die Einfuhr in das Bestimmungsland. 

Was der Exportprozess im weltweiten Außenhandel nun im Detail für Dich bedeutet, erfährst Du in diesem Ratgeber.

Achtung: EU-Staatsgebiet und EU-Zollgebiet sind nicht immer dasselbe. So gelten beispielsweise Helgoland, die Kanarischen Inseln oder der Vatikan als Drittland.

Versand in die USA

Nicht nur für die deutsche Industrie zählen die USA zu den wichtigsten Absatzmärkten, sondern auch für Dich als FBA Seller liegt dort ein beachtliches Potenzial. Der amerikanische Amazon-Marktplatz ist deutlich größer als der deutsche – und er wächst schnell.

Die US-amerikanischen Zollbehörden sind als sehr streng bekannt. Wenn Du jedoch die notwendigen Dokumente vorbereitet hast und geltenden Einfuhrverbote und -beschränkungen beachtest, sollte Deine Sendung den Zielort ohne Probleme erreichen. Recherchiere die Bestimmungen genau und verlasse Dich bitte nicht auf Dein Bauchgefühl oder auf Erfahrungen mit anderen Ländern. Die Verbotsliste enthält nämlich Produkte, von denen Du es oft nicht erwarten würdest – wie beispielsweise Kinder Überraschungseier.

Erste Informationen für den Export in die USA findest Du auf der Website der U.S. Zollbehörde, oder Du lässt Dich von unseren Zollexperten bei FreightHub beraten. 

Wichtig:

Obwohl zwischen den USA und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, können Sales and Use Tax anfallen, deren Höhe sich von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheidet. Die Steuerpflicht wird an einer „physical presence“, der physischen Präsenz des Unternehmens in dem jeweiligen Bundesstaat festgemacht. Du brauchst dafür nicht einmal in den USA zu sein oder dort ein Ladengeschäft zu betreiben. Manchmal genügt es für eine „physical presence“ bereits, wenn Du für Deine Bestände ein dortiges Warenlager nutzt.

Vergewissere Dich darüber hinaus unbedingt, dass Deine Produkte in Bezug auf Produkthaftung für den US-Markt fit sind.

Das deutsche Zollverfahren

Tipp: FreightHub hilft Dir als FBA-Seller dabei, Dich auf Dein Kerngeschäft zu konzentrieren. Daher kannst Du Dich von unseren Zollprofis zum Thema Zoll beraten und bei der kompletten Verzollung unterstützen lassen. Kontaktiere uns daher gerne, vor allem, wenn Du Waren ins außereuropäische Ausland exportieren willst.

Der Zoll kennt eine ganze Reihe von Zollverfahren. Diese beschränken sich nicht nur auf die Einfuhr und Ausfuhr. So existieren beispielsweise das Zolllagerverfahren, das Versandverfahren, das Freizonenverfahren oder die vorübergehende Ausfuhr, nur um einige Beispiele zu nennen. Mit den meisten von ihnen wirst Du wahrscheinlich nie in Berührung kommen.

Die Zollverfahren, die für Dich Relevanz haben, sind die Einfuhr und die Ausfuhr. – Von Letzterem handelt dieser Ratgeber. 

Wenn Du Dich genauer mit dem Thema Einfuhr beschäftigen möchtest, weil Du beispielsweise einen China-Import ins Amazon-Lager planst, dann empfehlen wir Dir unseren Einfuhr-Zoll-Leitfaden.

Wie läuft die Zollabfertigung ab? 

Generell musst Du Waren, die Du in einen Nicht-EU-Staat ausführen willst, beim Zoll anmelden. 

Sendungen mit einem Warenwert bis 1.000 Euro und einem Gewicht bis 1.000 Kilogramm kannst Du bei der Ausgangszollstelle mündlich unter Vorlage der Handelsrechnung anmelden. 

Ab einem Warenwert von 1.000 Euro oder einem Gewicht von 1.000 Kilogramm musst Du jedoch eine elektronische Ausfuhranmeldung erstellen. Die elektronische Ausfuhranmeldung erfolgt über das elektronische Zollsystem ATLAS, für welches Du eine meist kostenpflichtige Software benötigst. 

Es existiert die kostenfreie Alternative, die Internetzollanmeldung Plus (IAA+) zu nutzen. Das ist die kostenlose Online-Schnittstelle der Zollverwaltung zu ATLAS. Voraussetzung für den Zugang ist allerdings, dass Du Dich mit einem ELSTER-Zertifikat identifizierst. 

Die andere Alternative ist, die ATLAS Ausfuhranmeldung durch Deinen Spediteur erledigen zu lassen.

Zweistufiges Ausfuhrverfahren

Selbst wenn Du bei der Ausfuhr aus der EU weder Zollgebühren, noch Umsatz- oder Verbrauchssteuern zu zahlen hast, musst Du das Ausfuhrverfahren durchlaufen.

Das Ausfuhrverfahren besteht normalerweise aus zwei Stufen. Es heißt „zweistufig“, weil zwei Zollstellen beteiligt sind – das ist zum einen die lokale Binnenzollstelle („Ausfuhrzollstelle“), zum anderen die Ausgangszollstelle.

In der ersten Stufe meldest Du Deine Waren bei Deinem Binnenzollamt an. Wenn mit Deiner elektronischen Ausfuhranmeldung alles in Ordnung ist, bekommst Du von der Behörde ein Ausfuhrbegleitdokument (ABD). Früher war dieses ABD eine PDF-Datei, die Du ausdrucken und der Ware mitgeben solltest – heute läuft so etwas online.

Tipp: Lies unseren separaten, ausführlichen Artikel zum Ausfuhrbegleitdokument.

Mit den Waren und dem ABD geht es nun zur zweiten Stufe: zur Ausgangszollstelle. Das ist das Zollamt, über welches Deine Waren die EU verlassen sollen. Die Zöllner prüfen, ob die Waren zum ABD passen und überlassen sie Dir dann zur Ausfuhr. Nach der Ausfuhr wird in ATLAS bzw. IAA+ der „Ausgangsvermerk“ erzeugt, den Du Dir herunterladen solltest, da dieser Ausgangsvermerk Dein Nachweis gegenüber dem Finanzamt für die steuerfreie Ausfuhrlieferung ist.

Einstufiges Ausfuhrverfahren

Da das zweistufige Verfahren recht zeitintensiv ist, erfolgen viele Zollverfahren unter vereinfachten Bedingungen. So gibt es für Kleinsendungen, deren Wert 3.000 Euro nicht übersteigt, das sogenannte einstufige Verfahren. Hierbei kannst Du Dir den Weg über das Binnenzollamt sparen und die Waren direkt bei der Ausgangszollstelle anmelden. Es bleibt Dir überlassen, dennoch das zweistufige Verfahren zu wählen. Dieses wäre sinnvoll, um potenzielle Probleme frühzeitig zu klären, und nicht erst bei der Ausgangszollstelle, die sich häufig in einem anderen EU-Land befindet.

Wenn Du Deine Waren mit FreightHub versendest, brauchst Du Dir aber keine großen Gedanken um diese Fragen zu machen, da wir die Zollanmeldung für Dich erledigen. Dem liegt der Artikel 18 Zollkodex der Europäischen Union zugrunde, demzufolge Du Dich bei den Zollverfahren vertreten lassen kannst. Bei der Zollabfertigung handelt FreightHub für Dich dabei in direkter Vertretung, also in Deinem Namen und für Deine Rechnung. 

Was Du sonst noch für das deutsche Ausfuhrverfahren benötigst

Bei der Ausfuhranmeldung musst Du Deine EORI-Nummer angeben, um Dich als Unternehmen beim Zoll zu identifizieren. 

Zudem benötigst Du für jede Deiner Waren die zugehörige Zolltarifnummer, anhand derer sich die weiteren Formalitäten der Zollbehandlung entscheiden.

Weiter unten erklären wir Dir mehr zu diesen Zollnummern und beantworten die Frage, wo Du sie erhältst.

Ausländische Zollverfahren

Nicht nur bei der Ausfuhr aus der Europäischen Union, sondern vor allem bei der Einfuhr in das Bestimmungsland sind verschiedene Dokumente vorzulegen. Teilweise sind diese von Dir vorzubereiten, teilweise kümmert sich der Empfänger darum. 

Um welche Dokumente es sich dabei im Einzelnen handelt, entnimmst Du zuerst einmal den Lieferbedingungen (Incoterms), die Du mit Deinem Käufer vereinbart hast. Der Importeur sollte Dir auch angeben, welche Papiere er für die Zollabfertigung in seinem Land benötigt. Eventuell muss er Zertifikate und Ursprungszeugnisse vorlegen.

Unter anderem hast Du Dich um Folgendes zu kümmern:

  • Handelsrechnung 
  • Einfuhrlizenzen
  • Vorschriften zu Verpackung und Markierungen
  • Ggf. Ursprungszeugnisse und Präferenznachweise 

Weiter unten erfährst Du mehr über Ursprungszeugnisse und Präferenznachweise wie beispielsweise die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1.

Nicht nur das Set der Dokumente, sondern auch die Höhe der Zölle und anderer Einfuhrabgaben unterscheidet sich von Zielland zu Zielland. Gegebenenfalls fallen weitere Nebenabgaben an. Welche das nun im Detail sind, kann nur die Zollverwaltung des Einfuhrlandes verbindlich bestimmen. Allerdings gibt es Datenbanken für eine Recherche, mit der sich die Zollabgaben und Nebenabgaben abschätzen lassen. In der Regel gehen derartige Abgaben aber zu Lasten des Importeurs.

Wenn Du Waren aus der EU exportierst und wissen willst, welche Bestimmungen und Zollsätze im Empfangsland gelten, bieten sich für Deine Recherche zwei verlässliche Quellen an: 

  1. Zoll-, Umsatzsteuersätze und anfallende Gebühren recherchierst Du auf der Market Access Database, die von der EU bereitgestellt wurde.
  2. Für detaillierte Einfuhrbestimmungen vieler Drittländer gibt es die Merkblätter „Zoll und Einfuhr kompakt“ der Außenwirtschaftsagentur der Bundesrepublik Deutschland.

Zolltarife und Steuern: Welche Kosten kommen auf Dich zu?

Da Deutschland von einer florierenden Exportwirtschaft profitiert, sind auszuführende Waren im Allgemeinen von Ausfuhrzoll, Umsatz- und Verbrauchsteuer befreit. Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass die deutschen Zollbehörden bei einer Ausfuhr in Drittländer Abgaben erheben. 

Im Bestimmungsland fallen normalerweise Einfuhrzölle und Steuern an. Obwohl die meisten Geschäftspartner ihre Incoterms dahingehend vereinbaren, dass der Empfänger diese Abgaben übernimmt, gibt es für Dich dennoch einiges zu beachten. Das gilt besonders in Hinsicht auf die Umsatzsteuer (siehe weiter unten).

Ausfuhrzölle

Grundsätzlich können Ausfuhrzölle erhoben werden. Das ist die Theorie. In der Praxis treten Ausfuhrzölle selten auf, weil die EU-Mitgliedstaaten ein Interesse daran haben, ihre Waren in Drittländer zu verkaufen. 

Ein realistisches Szenario für Ausfuhrzölle wäre beispielsweise ein Schutzzoll, um die Ausfuhr knapper Rohstoffe zu drosseln. So etwas wäre der Fall, wenn der knappe Rohstoff auf dem Weltmarkt höher gehandelt wird als in der EU.

Umsatzsteuer (USt)

Ausfuhrlieferungen in Drittländer sind umsatzsteuerfrei. 

Das beinhaltet jedoch Deine Pflicht nachzuweisen, dass die Ware tatsächlich das Land verlassen hat. Erbringst Du diesen Nachweis nicht, kann das Finanzamt die Umsatzsteuer von Dir nachfordern!

Solch ein Ausfuhrnachweis kann unterschiedlich aussehen. Die Form hängt davon ab, ob Du das elektronische Ausfuhrverfahren ATLAS genutzt hast oder nicht. Bei der elektronischen Ausfuhranmeldung erhältst Du einen endgültigen Ausgangsvermerk mit MRN-Nummer (Movement Reference Number); im anderen Fall dienen Dir der vollständig ausgefüllte Frachtbrief oder der vollständig ausgefüllte Einlieferungsschein der Post als Nachweis. Zudem benötigst Du einen Buchnachweis. Vergiss nicht, alle diese Belege 10 Jahre aufzubewahren.

Achtung: Unterscheide zwischen dem EU-Binnenhandel und dem weltweiten Außenhandel! Eine Lieferung innerhalb der EU gilt nicht als Ausfuhr, sondern als innergemeinschaftliche Lieferung. Innerhalb der EU sind Verkäufe in andere Mitgliedstaaten nur dann steuerfrei, wenn es sich beim Kunden um ein Unternehmen mit Umsatzsteuer-Identifikationsnummer handelt. Der Vorsteuerabzug ist dabei nur noch mit einer Umsatzsteuernummer aus dem Land möglich, in das die Ware geliefert wird. Kontaktiere hierzu am besten Deinen Steuerberater.

Übrigens: Auch hier gilt, dass Du den Transport der Waren durch offizielle Transportdokumente oder eine Empfangsbestätigung (“Gelangensbestätigung”) beweisen musst.

Verbrauchsteuern (VSt)

Verbrauchsteuern sind nationale Steuern und daher von Land zu Land unterschiedlich. Anders als beim privaten Reiseverkehr, gilt beim gewerblichen Warenverkehr das Bestimmungslandprinzip. Das bedeutet, dass Verbrauchsteuern im Zielland nach den dort gültigen Steuersätzen erhoben werden.

Verbrauchsteuern werden unter anderem erhoben auf:

  • Mineralölerzeugnisse 
  • Tabak
  • Branntwein 
  • Bier
  • Schaumwein 
  • Kaffee

Während es beispielsweise in Deutschland eine Kaffeesteuer gibt, fällt in Italien diese zusätzliche Verbrauchsteuer nicht an.

Welche Versanddokumente brauchst du generell?

Die Liste an Dokumenten, die im Import-Export-Handel eine Rolle spielen, ist lang. In der Regel sollten Dich beim Export jedoch nur folgende Versanddokumente interessieren:

  • Zollvollmacht
  • Handelsrechnung 
  • Packliste
  • Ggf. Präferenznachweise

Nach der Verzollung kommt ein weiteres wichtiges Dokument ins Spiel, das Bill of Lading. Wir erklären Dir all diese Papiere im folgenden Abschnitt.

Bill of Lading – Konnossement

Unabhängig davon, ob Du Deine Waren per Flugzeug, Schiene, Straße oder Schiff versendest, wirst Du mit dem Frachtbrief in Berührung kommen. In der Luftfracht ist das der Luftfrachtbrief bzw. das Air Waybill, bei der Bahn der CIM-Frachtbrief, und im Straßengüterverkehr der CMR-Frachtbrief. 

Die Seefahrt stellt mit ihrem Bill of Lading (B/L), auf Deutsch Konnossement genannt, eine Ausnahme dar. Im Gegensatz zu den Frachtbriefen der anderen Verkehrsträger, ist das B/L nicht nur Seefrachtbrief, sondern zugleich eine Eigentumsurkunde. Das bedeutet, dass das B/L während des Transportes die Ware repräsentiert. Die beiden wichtigsten Konsequenzen, die sich daraus ergeben sind zum einen, dass die Ware, noch während sie sich auf See befindet, weiterverkauft werden kann. Zum anderen kann derjenige, der im Zielhafen rechtmäßig das Bill of Lading in den Händen hält, die Auslieferung der Ware verlangen.

Das Bill of Lading (B/L) ist das wichtigste Dokument im Seeverkehr. 

Wenn Du mehr über das Bill of Lading (Konnossement) erfahren willst, lies unseren Artikel: Bill of Lading (Konnossement) und Telex Release: Vor- und Nachteile in der Übersicht.

Wer stellt das Konnossement (B/L) aus?

Das Bill of Lading wird vom Verfrachter (dem Carrier) ausgestellt und dem Ablader als Quittung für die entgegengenommene Ware übergeben. FreightHub erhält das Bill of Lading nach Abgang des Schiffes. 

Kleine Anmerkung: Die Bezeichnung „Verfrachter“ ist ein Begriff aus dem Seeverkehr und steht für den Spediteur bzw. Frachtführer, also denjenigen, der den Transport mit einem eigenen oder mit einem gecharterten Schiff durchführt. Im Grundsatz ist das der Reeder.

Welche Angaben muss ein B/L enthalten?

Ein Bill of Lading (= Konnossement) enthält laut § 515 HGB unter anderem:

  • Ort und Tag der Ausstellung
  • Name und Anschrift des Abladers und des Verfrachters
  • Name und Anschrift des Empfängers
  • Abladungshafen und Bestimmungsort (siehe Incoterm)
  • Name des Schiffes
  • Angaben über die Waren (d.h. Art, Abmessungen, Gewicht)
  • Vermerk über die Frachtzahlung und anfallende Kosten
  • Zahl der Ausfertigungen des B/L

Konnossement oder Seefrachtbrief?

Ein Original B/L hat den Vorteil, dass Du als Versender damit sicherstellen kannst, dass Du bis zum Eingang der Zahlung der Eigentümer der Ware bleibst. Der Empfänger der Ware wiederum kann sich überzeugen, dass die Ware existiert und auf dem Weg zu ihm ist, bevor er Dir Geld überweist.

Wenn Du und Dein Käufer euch einander gut kennt und Dein Käufer die Waren im Voraus bezahlen will, dann könnt ihr anstatt des B/L einen Seefrachtbrief benutzen. Der Seefrachtbrief (auch seaway bill oder Express cargo B/L) bescheinigt den Transport einer bestimmten Ware. Im Gegensatz zum Original B/L ist er aber kein Wertpapier. Er kann auch nicht den finanziellen Wert der Ware repräsentieren. 

Der Transport per Seefrachtbrief im Gegensatz zum Konnossement unkomplizierter, da ihr Papierkram und Kurierkosten spart. Ein Original B/L (Konnossement) musst Du Deinem Käufer nämlich zuerst per Kurier zuschicken lassen. Erst, wenn er dieses Dokument in den Händen hält, kann er die Ware in Empfang nehmen, bzw. eine Spedition damit beauftragen, ihm die Ware zuzustellen. 

Allerdings sollten folgende Bedingungen gegeben sein, um den Seefrachtbrief (Express cargo B/L) zu nutzen:

  • Vorkasse
  • Empfänger und Auftraggeber kennen und vertrauen sich (langjährige Partnerschaft, Mutter- und Tochterunternehmen)
  • Es wird kein Original B/L gemäß Ländervorschriften verlangt
  • Dein Verschiffungsspediteur hat einen Agenten im Empfangsland, der das Express B/L auslösen kann.

Zollvollmacht

Laut dem EU-Zollkodex (Artikel 18) kann jede Person einen Vertreter ernennen, der für ihn beim Zoll handelt und die Zollformalitäten in seinem Namen erledigt.

So etwas bietet sich insbesondere dann an, wenn Du selber keine Zeit oder Nerven hast, Dich um die Formalitäten zu kümmern, oder Dich mit den zollrechtlichen Bestimmungen einfach nicht genug auskennst. Voraussetzung ist, dass Du Deinem Vertreter eine Zollvollmacht erteilst. Solch eine Zollvollmacht ist nur mit Unterschrift gültig. Ihre Wirksamkeit behält sie solange, bis Du sie widerrufst.

Wenn Du FreightHub beauftragen möchtest, Dich beim Zoll zu vertreten und die Zollanmeldung in Deinem Namen rechtsverbindlich auszuführen, brauchst Du nur unser firmeneigenes Formular ausfüllen. Du findest die Vorlage auf unserer Plattform

Handelsrechnung

Die Handelsrechnung ist mehr als nur eine Zahlungsaufforderung an den Käufer Deiner Waren. Sie dient außerdem als Grundlage für die Verzollung sowie als Basis für die Ausfertigung von Versand- und Versicherungsdokumenten. 

Sie ist zudem ein wichtiges Dokument für den Nachweis für die Umsatzsteuerbefreiung. Deswegen sind beim Export in Drittländer die Rechnungen netto auszustellen und mit dem Hinweis „steuerfreier Export“ zu kennzeichnen. 

Beschrifte Deine Handelsrechnung deutlich als „commercial invoice“ und achte darauf, dass alle Angaben korrekt und die Waren genau beschrieben sind. Eine Proformarechnung darfst Du nur benutzen, wenn Deine Waren keinen Handelswert haben. Dazu zählen beispielsweise kostenlose Ersatzteilsendungen, Geschenksendungen, Musterlieferungen und Waren, die nicht zum Wiederverkauf bestimmt sind. 

Achtung: Bei einer Lieferung innerhalb der EU handelt es sich nicht um einen Export, sondern um eine innergemeinschaftliche Lieferung. Verkäufe innerhalb der EU sind nur dann steuerfrei, wenn es sich beim Kunden um ein Unternehmen mit Umsatzsteuer-Identifikationsnummer handelt. Bei solchen steuerfreien Lieferungen muss dann der Vermerk “steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung” auf der Rechnung erscheinen.

Welche Angaben muss Deine Handelsrechnung enthalten?

Eine korrekte Handelsrechnung im Außenhandel muss folgende Angaben beinhalten:

  • Kennzeichnung als „Handelsrechnung“ bzw. „commercial invoice“ (Keine „proforma invoice”!)
  • Rechnungsnummer, Rechnungsort, Rechnungsdatum
  • Name und Anschrift des Verkäufers
  • Name und Anschrift des Empfängers inkl. Kontaktperson
  • Lieferanschrift, falls diese nicht der Rechnungsanschrift entspricht
  • Umsatzsteuer-Id.-Nr. (bei Rechnung an ein Unternehmen in der EU nicht nur die eigene, sondern auch die des Kunden)
  • Deine EORI-Nr. 
  • Lieferbedingungen (Incoterms)
  • Detaillierte Warenbeschreibung inklusive Zolltarifnummer sowie Ursprungs- oder Herstellerland
  • Ggf. Präferenznachweise
  • Nach Steuersätzen und -befreiungen aufgeschlüsseltes Entgelt mit Währungsangabe
  • Händische Unterschrift und Firmenstempel

Packliste

Als Exporteur musst Du Deine Ware mit einer Packliste versehen, selbst dann, wenn die Sendung nur aus einem Packstück besteht. 

In der Packliste ist jedes einzelne Produkt detailliert aufzuführen. Die Angaben auf der Packliste haben dabei mit denen auf der Rechnung überzueinstimmen und dürfen auch den Daten aller weiteren Dokumente nicht widersprechen. Enthält Deine Sendung mehrere Pakete, Paletten oder Kisten, dann musst Du jedes dieser einzelnen Packstücke nummerieren und die Nummern auf der Packliste angeben. 

Auf die Packliste gehören:

  • Name, Firmensitz, Telefonnummer von Empfänger und Absender 
  • Packstücknummer 
  • Art, Inhalt, Gewicht, Abmessungen des Packstücks
  • Teilenummer, Menge je Teilenummer 
  • Sonstige Angaben, beispielsweise Gefahrgutkennzeichnung
  • Nicht vergessen: Die Packliste braucht auch eine Packlistennummer!

Beim Export kannst Du Deine Packliste per Hand oder maschinell erstellen; in Struktur und Form bist Du frei. Es liegt nahe, eine Excel-Tabelle zu verwenden. Vergiss nicht, das Papier deutlich als Packliste zu kennzeichnen. 

Tipp: Am praktischsten hat sich das DIN A4-Format erwiesen, da auch die anderen Versandpapiere in diesem Format angelegt sind. 

Optional für Händler: Notwendige Zertifikate zur Ausfuhr von Lebensmitteln oder Holzprodukten

Die Ausfuhr von Produkten aus Deutschland kann mitunter beschränkt werden. So hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Recht, den Export von Tieren, Waren und Gegenständen nach dem Tiergesundheitsrecht zu verbieten oder zu begrenzen. 

Bei der Einfuhr in ein Nicht-EU-Land gibt es generell unterschiedliche Szenarien, die jeweils von den Gesetzen und Bestimmungen des Ziellandes abhängen. So gelten in den USA zahlreiche Einfuhrbeschränkungen für ausländische Waren. Darunter finden sich nicht nur naheliegende Produkte wie Medikamente, chemische Erzeugnisse oder Gefahrstoffe, sondern auch Nahrungsmittel, elektronische Geräte, Spielzeug und Konsumgüter. Du musst also vor der Ausfuhr die jeweiligen nationalen Vorschriften des Ziellandes recherchieren, um nicht eine Sendung auf den Weg zu geben, die zwar die EU verlassen darf, jedoch dann bei den Zollbehörden des Ziellandes hängenbleibt.

Präferenznachweise – Ursprungserklärung – Lieferantenerklärung

Die Europäische Gemeinschaft unterhält mit verschiedenen Ländern Präferenzabkommen. Ein Präferenznachweis bescheinigt, dass die Waren in einem Land der Europäischen Gemeinschaft oder EFTA hergestellt wurden und hat den Zweck, den Einfuhrzollsatz im Bestimmungsland zu verringern. 

Tipp: Der Zoll bietet eine kostenfreie Online-Datenbank über die Präferenzregelungen der EU, die WuP. Mit Hilfe der WuP-Länderliste kannst Du schnell feststellen, ob mit einem Land ein Präferenzabkommen besteht. Durch einen Klick auf den ISO-Ländercode gelangst Du direkt zu den Informationen über die Präferenzregelungen.

EUR.1

Das bekannteste förmliche Präferenzpapier ist die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1, die von der zuständigen Versandzollstelle ausgestellt wird. Hierfür musst Du das ausgefüllte Formblatt WVB EUR.1 einreichen, sowie der Zollstelle auf Verlangen den Ursprung Deiner Exportware beweisen. Das geht beispielsweise anhand von Rechnungen, Zollbelegen für Ausgangsmaterialien, oder einer Lieferantenerklärung (siehe dazu weiter unten). Wichtig ist es zudem, dass Du den HS-Code Deiner Ware kennst.

Formulare für förmliche Präferenzpapiere wie EUR.1, EUR.MED oder A.TR gibt es beispielsweise bei Industrie- und Handelskammern, Handwerks- sowie Landwirtschaftskammern. 

Ursprungserklärung

Bei einem Warenwert unter oder gleich 6.000 Euro kann die EUR.1 bzw. EUR.MED eigenverantwortlich durch eine nicht-förmliche Ursprungserklärung direkt auf der Handelsrechnung ersetzt werden. Hierin bestätigt der Ausführer, dass es sich um Waren handelt, die unter die Präferenzbegünstigung fallen. Die Ursprungserklärung muss nach einem vorgeschriebenen Wortlaut verfasst werden, wobei sich dieser je nach Zielland unterscheidet.

Beachte den Unterschied zwischen der Ursprungserklärung und dem Ursprungszeugnis. Letzteres bestätigt lediglich den nationalen Ursprung der Ware, beispielsweise, dass ein Produkt in Deutschland hergestellt bzw. der letzte wesentliche Arbeitsschritt in Deutschland ausgeführt wurde. Es hat nicht die Funktion, den Einfuhrzollsatz im Bestimmungsland zu verringern. Solch ein einfaches Ursprungszeugnis stellt Dir Deine zuständige Handelskammer aus.

Lieferantenerklärung für den Warenverkehr innerhalb der EU

Bei Warenbewegungen innerhalb der EU werden Lieferantenerklärungen verwendet. Mit der Lieferantenerklärung machst Du Angaben zum Ursprung der gelieferten Waren. Gesetzlich bist Du nicht gebunden, eine Lieferantenerklärung auszustellen, allerdings kann Dich Dein Kunde per Kaufvertrag dazu verpflichten. 

Bei einem Export in Länder außerhalb der EU darf die Lieferantenerklärung nur in Sonderfällen genutzt werden. 

Vordrucke für die Lieferantenerklärung bekommst Du beispielsweise bei den IHKs. Theoretisch brauchst Du für die Erklärung keinen Vordruck zu benutzen. Weil Du jedoch an einen bestimmten Wortlaut gebunden bist, macht ein Vordruck durchaus Sinn, da die Zollbehörden die Lieferantenerklärung schon bei einem kleinen Fehler ablehnen können. Wenn Du einen Präferenznachweis fehlerhaft ausfüllst und Dein Kunde dadurch einen Schaden erlitten hat, kann dieser Schadensersatz von Dir verlangen.

Zollnummern: Welche für Dich relevant sind

Auch wenn für Deinen Export aus der EU keine Abgaben in Form von Zollgebühren, Umsatz- oder Verbrauchssteuern anfallen, musst Du Deine Waren beim Zoll anmelden. Für diese Ausfuhranmeldung benötigst Du einige Zollnummern. In diesem Abschnitt erklären wir Dir die wichtigsten Begriffe zum Thema Zollnummern. Diese sind:

  • Zolltarifnummer
  • HS-Code
  • TARIC
  • EORI-Nummer

Zolltarifnummer

Jeder Ware ist eine 11-stellige Zolltarifnummer zugeordnet, welche die Ware exakt kennzeichnet. Du benötigst die Nummer bei der Einfuhranmeldung und bei der Ausfuhranmeldung.

Die Zolltarifnummer verschlüsselt nicht nur die Zollsätze, sondern auch die erforderlichen Formalitäten der Zollbehandlung. 

Genau auf diese Formalitäten, also beispielsweise die Vorschrift, bestimmte Zertifikate und Ursprungszeugnisse vorzulegen, kommt es beim Export an. Informationen dazu sind auf EZT-Online zugänglich. Klicke den Button „Zur Ausfuhr“ an und gib danach in der Maske im Feld „Warennummer“ die Zolltarifnummer und unter „geografisches Gebiet“ den ISO-Ländercode ein. Als Ergebnis bekommst Du Auskunft über eventuelle Ausfuhrbeschränkungen sowie die Unterlagencodierungen für die Eingabe in das ATLAS-Ausfuhr-System.

Tipp: Die EZT-Datenbank ist nicht einfach zu lesen – es sei denn, Du bist ein Zollprofi. Wenn Du Hilfe brauchst, dann komme mit Deinen Fragen gerne auf uns zu!

Wozu dient die Zolltarifnummer?

Du benötigst die Zolltarifnummer um:

  • Ein- und Ausfuhr beim Zoll anzumelden
  • Export- und Importvorschriften in Erfahrung zu bringen
  • Einfuhr- und Ausfuhrabgaben zu berechnen
  • Die Außenhandelsstatistik (Intrastat) zu erstellen

Der Hintergrund für den letzten Punkt ist, dass Du als Ausführer von Waren verpflichtet bist, den Warenverkehr an das Statistische Bundesamt zu melden, damit dieses seine monatlichen Außenhandelsstatistiken erstellen kann. Wenn Du das ATLAS-Verfahren nutzt, geschieht die Meldung automatisch. 

Waren mit einem Warenwert von nicht mehr als 1.000 Euro bzw. einem Eigengewicht von nicht mehr als 1.000 Kilogramm sind normalerweise von der Anmeldung befreit.

Wo kannst Du Deine Zolltarifnummer erhalten?

Auskünfte zur Zolltarifnummer Deiner Ware kannst Du unverbindlich wie auch verbindlich beim Zoll beantragen. Der Vorteil der verbindlichen Auskunft der Zolltarifnummer liegt darin, dass die Entscheidung drei Jahre gültig ist und sich dadurch Deine Kosten und Dein Arbeitsaufwand für das Zollverfahren besser kalkulieren lassen. 

Auf der Internetseite des Zolls findest Du alle nötigen Informationen, in welcher Form und bei welchen Zollstellen Du Deine Anfrage stellen kannst. Außerdem gibt es dort Links zu den Antragsformularen

Für die Erteilung einer verbindlichen Zolltarifauskunft ist demzufolge das Hauptzollamt Hannover zuständig. Jedoch nimmt jede Zolldienststelle Deinen Antrag auf Erteilung einer vZTA-Entscheidung entgegen und leitet Deinen Antrag nach Hannover weiter. 

Außerdem hast Du die Möglichkeit der Eigenrecherche. Hierfür gibt es das – zugegeben etwas sperrige – Buch Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik, welches Du Dir beim Deutschen Statistischen Bundesamt oder im Buchhandel bestellen kannst. Eine elektronische Alternative zum Buch bietet die Website https://www.zolltarifnummern.de

Wichtig: Bitte beachte, dass sich Zolltarifnummern in regelmäßigen Abständen ändern können. 

Was ist der HS-Code?

Im Zusammenhang mit der Verzollung erscheint immer wieder die Bezeichnung HS-Code. Ist das noch eine Nummer, die Du beachten musst? Keine Sorge. Hinter dem HS-Code versteckt sich nichts weiter als die Stellen 1-6 der Zolltarifnummer.

Der sechsstellige HS-Code, auch Customs Tariff Number genannt, steht für Harmonized System, auf Deutsch „harmonisiertes System” und gilt weltweit. Er wird regelmäßig von der Weltzollorganisation (World Customs Organization WCO) überarbeitet. Die restlichen fünf Stellen der insgesamt 11-stelligen Zolltarifnummer verschlüsseln dann europäische bzw. nationale Zollbestimmungen.

Beispiel: Die 11-stellige Zolltarifnummer 9001 4041 000 (Brillengläser, Einstärkengläser). 

Die ersten sechs Stellen, also „9001 40“, sind der HS-Code und gelten praktisch weltweit. So verschlüsselt der HS-Code 9001 40 in den USA ebenfalls Brillengläser, nur heißt das dort auf Englisch „Spectacle Lenses of Glass.“ 

Der HS-Code wird in diesem englischsprachigen Video einfach und verständlich erklärt.

Worum geht es bei TARIC?

Die Abkürzung TARIC bedeutet „Tarif Intégré des Communautés Européennes“. 

Der zehnstellige TARIC ist der gemeinsame Zolltarif der Europäischen Union und steht genau wie der HS-Code in einem engen Zusammenhang mit der Zolltarifnummer: Er entspricht den Stellen 1-10 der Zolltarifnummer. Die TARIC-Datenbank der Europäischen Kommission gibt Auskunft über die Bestimmungen und Zollsätze für die Ein- und Ausfuhr von Waren in die Europäische Union.

Beispiel: Die 11-stellige Zolltarifnummer 9001 4041 000 (Brillengläser, Einstärkengläser). 

Die Stellen 1-10, also „9001 4041 00“, sind der TARIC.

Wie wir aus dem HS-Code wissen, stehen die ersten sechs Stellen 9001 40 bereits für Brillengläser / Einstärkengläser. Durch das Anhängen der Ziffernfolge 41 00 werden nun speziell europäische Maßnahmen wie z.B. Antidumpingregelungen oder Zollaussetzungen verschlüsselt.

Auf deutscher Ebene kommt eine elfte Stelle hinzu, um beispielsweise deutsche Umsatzsteuersätze oder nationale Verbote zu verschlüsseln. Das ist dann die 11-stellige deutsche Zolltarifnummer, die Du für die Einfuhranmeldung benötigst. Für die Ausfuhranmeldung bzw. die Intrastat-Anmeldung reichen acht Stellen. 

Was ist eine EORI-Nummer?

Beim deutschen Zoll werden nicht nur Waren in einem Warenverzeichnis gelistet und per Zolltarifnummer verschlüsselt, sondern auch die Handel treibenden Unternehmen haben eine spezielle Nummer zu führen. Diese heißt EORI-Nummer („Economic Operators Registration and Identification Number“) und dient dazu, Dein Unternehmen gegenüber den Zollbehörden zu identifizieren.

Diese Art „Kundennummer” ist nicht nur für Unternehmer Pflicht, sondern gleichermaßen für Privatpersonen, die nicht nur gelegentlich Zollanmeldungen abgeben. Die Zollbehörden haben die Definition für „gelegentlich” recht eng gesetzt, das heißt, sie verlangen bereits bei zehn Zollanmeldungen im Jahr eine EORI-Nummer. Als FBA-Händler hast Du diese Grenze schnell überschritten, weswegen wir bei FreightHub auch nicht ohne EORI-Nummer verzollen.

Wo erhältst Du die EORI-Nummer?

Du beantragst Deine EORI-Nummer kostenlos bei der Generalzolldirektion in Dresden. Das Formular kannst Du bequem online ausfüllen und abgeben. Außerdem wirst Du nach einer aktuellen Kopie Deines Handelsregisterauszuges oder Deiner Gewerbeanmeldung gefragt. Diese kannst Du bequem per E-Mail, Fax oder Brief schicken.

Die Kontaktdaten der Generalzolldirektion Dresden und eine Erläuterung des Antragsverfahrens findest Du auf der Website des Zolls unter Beantragung einer EORI-Nummer.

Fazit

Wir haben in diesem Zoll-Ratgeber die wichtigsten Fragen zum Thema Export abgedeckt und hoffen, Dir damit ein gutes Stück weitergeholfen zu haben. Vor allem hast Du nun einen Überblick über alle relevanten Teilschritte der Verzollung und musst nicht jeden einzelnen Punkt separat recherchieren.

Tiefergehende Fragen zur Steuerthematik solltest Du allerdings mit Deinem Steuerberater besprechen.

Wie Du bemerkt hast, gibt es bei der Verzollung so einiges zu beachten, damit das Ausfuhrverfahren glatt über die Bühne geht. Als FBA-Händler möchtest Du Deine Kunden zufriedenstellen und bist deshalb interessiert daran, Verzögerungen oder Nachzahlungen zu vermeiden. Natürlich ist der Ausfuhrprozess auch von einem Nicht-Profi zu bewältigen. Nur erfordert das Zeit, Kraft – und sicher auch einige Nerven. Genau das kannst Du Dir ersparen, wenn Du die Zollabfertigung in die Hände Deines Spediteurs gibst.

Wir erledigen das, was unser Spezialgebiet ist – die Logistik inklusive Verzollung – und Du kannst Dich auf Dein Spezialgebiet, nämlich Dein Kerngeschäft konzentrieren.

Wenn Du also weitere Fragen zum Exportprozess hast, dann vertraue auf die Unterstützung unserer Zoll-Fachleute und sprich uns gerne an.

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19 Aug 2019 16 min Lesezeit
Julia Kazubek

Julia Kazubek

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