Preise richtig kalkulieren – Der Überblick über Deine Amazon FBA Kosten

10 Sep 2019 6 min Lesezeit
Oguzhan Sariyildiz Oguzhan Sariyildiz

Wenn Du am Anfang Deiner Amazon FBA Karriere stehst, hält Dich erst einmal Deine Unternehmensgründung auf Trab. Bald aber wirst Du das Bürokratische in Sack und Tüten haben: Dein Gewerbe ist angemeldet, Deine EORI Nummer beantragt und Dein Steuerberater hat Dich mit sämtlichen Infos versorgt, damit Du dem Finanzamt die Stirn bieten kannst. Es ist an der Zeit, sich Deinem Hauptthema zu widmen: Deinem Produkt

Dazu gehört vor allem die Überlegung, zu welchem Preis Du es anbieten sollst. Schließlich willst Du wissen, ob sich die Nische lohnt und Du Deine Gewinnziele erreichen kannst. Außerdem ist es sinnvoll, Deinen Spielraum für zukünftige Investitionen abzustecken. Schnell stellt sich bei Deiner Gewinnkalkulation die Frage: Welche FBA Kosten kommen denn nun insgesamt auf Dich zu? 

In diesem Artikel beantworten wir Dir diese Frage, indem wir Dir sämtliche Amazon Business Gebühren übersichtlich und verständlich zusammenfassen. Außerdem verraten wir Dir, wo Fallstricke lauern – und an welchen Stellen sich Deine Ausgaben reduzieren lassen.

Auf Amazon verkaufen – Gebühren für Dein Amazon Business im Detail 

Bei den Kosten für Dein FBA Business musst Du zwischen zwei Arten von Gebühren unterscheiden. Zum einen hast Du Gebühren für die Nutzung des Marktplatzes, wie beispielsweise die prozentuale Amazon Verkaufsprovision und die Gebühren für Dein Verkäuferkonto. Zum anderen ergeben sich für Dich diverse Kosten „um Amazon herum“. 

Lass uns zunächst Deine FBA Kosten betrachten, die Dir direkt durch Fulfillment by Amazon entstehen. 

Verkaufsgebühren aus dem Amazon Verkaufstarif

Um bei Amazon zu verkaufen, benötigst Du einen Amazon Seller Account. Hierbei kannst Du zwischen zwei Tarifarten wählen: dem individuellen und dem professionellen. Im individuellen Tarif (dem Basiskonto) zahlst Du lediglich Verkaufsgebühren an Amazon, wenn Du einen Artikel verkauft hast. Beim professionellen Tarif zahlst Du eine monatliche Pauschale, die „Abonnementgebühr“, und nutzt dafür das Konto, so viel Du willst. 

Die Verkaufsgebühren im Basiskonto betragen zur Zeit 0,99 Euro je verkauftem Artikel, im professionellen Verkäuferkonto derzeit 39 Euro im Monat (ohne Umsatzsteuer). Das heißt für Dich konkret, dass Du ab 40 verkauften Artikeln im Monat mit dem professionellen Tarif Kosten sparst.

Prozentuale Amazon Verkaufsprovision

Zu den Kosten aus dem Verkaufstarif addieren sich prozentuale Verkaufsgebühren. Bei Amazon.de bewegen sich diese je nach Produktkategorie zwischen 7 Prozent (z.B. Elektronik) und 45 Prozent (Zubehör für Amazon-Geräte). Jeder Amazon Marktplatz hat seine eigenen prozentualen Verkaufsgebühren. Auf dem deutschen Marktplatz gilt seit dem 5. Juni 2019 zudem eine Mindestverkaufsgebühr von 0,30 Euro pro Artikel. Davon ausgenommen sind Lebensmittel, Alkoholika und Medien.

Achtung: Die prozentualen Verkaufsgebühren berechnet Amazon anhand des Gesamtverkaufspreises. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du ein Basiskonto oder ein professionelles Konto hast. Beachte bitte, dass in den Gesamtverkaufspreis auch Versandkosten einfließen, die Du dem Käufer berechnest. 

Amazon Gebühren für Medienartikel

Wenn Du Bücher, Musik oder Videospiele verkaufen willst, musst Du die „Abschlussgebühr pro verkauften Medienartikel“ beachten. Diese beträgt 1,01 Euro für Bücher, sowie 0,81 Euro für Musik, DVDs, Videos, Videospiele und Software. Wie der Name sagt, wird die Gebühr bei jedem einzelnen Artikel erhoben. Verkaufst Du fünf Bücher, musst Du zusätzlich zu den oben genannten Gebühren noch 5 x 1,01 Euro, also 5,05 Euro bezahlen. 

Beispielrechnung Deiner FBA Kosten

Damit die Infos aus den drei vorherigen Abschnitte nachzuvollziehen sind, wollen wir Dir hier zwei einfache Beispielrechnungen zeigen.

  1. Du verkaufst eine Flasche Motorrad-Bremsflüssigkeit für 17,00 Euro. Die prozentuale Verkaufsgebühr in der Kategorie Auto & Motorrad beläuft sich zur Zeit auf 15 Prozent des Gesamtverkaufspreises.

Daraus ergibt sich folgende Berechnung:

    • Verkaufspreis: 17,00 €
    • Versandkosten: 3,00 €
  • Gesamtverkaufspreis: 20,00 €
  • 15 % Verkaufsgebühren Amazon: 3,00 €

Bei einem Basiskonto kommen pro Artikel 0,99 Euro als feste Verkaufsgebühr hinzu. Die Summe der Amazon Verkaufsprovision erhöht sich bei einem Basiskonto damit auf 3,99 Euro.

 

  1. Du verkaufst ein Buch für 17,00 Euro. Hier beträgt die prozentuale Verkaufsgebühr ebenfalls 15 Prozent des Gesamtverkaufspreises. Jedoch erhöhen sich die Verkaufsgebühren um die „Abschlussgebühr pro verkauften Medienartikel“. Für Bücher sind das 1,01 Euro pro Artikel.

Die Berechnung für das verkaufte Buch sieht so aus:

    • Verkaufspreis: 17,00 €
    • Versandkosten: 3,00 €
  • Gesamtverkaufspreis: 20,00 €
  • 15 % Verkaufsgebühren Amazon: 3,00 €
  • Amazon-Gebühr für Medienartikel: 1,01 €

Das ergibt für das Pro-Konto eine Amazon Verkaufsprovision von 4,01 Euro, bei dem Basiskonto eine Provision von 5,00 Euro.

Achtung:

Falls keine USt-IDNr. vorhanden ist, addieren sich auf die Provision nochmals 19 Prozent Umsatzsteuer!

Versandgebühren

Verschickst Du Deine Ware selbst oder nutzt Du den Service von Fulfillment by Amazon? Wie kannst Du, trotz der vielen verschiedenen Gebühren, den Überblick behalten und die kostengünstigste Variante ermitteln?

Die erste Anlaufstelle, um die Frage zu beantworten, ist für FBA Händler häufig der Amazon Versandgebührenrechner. Vergiss bei Deiner Preiskalkulation allerdings nicht, dass Dir das Tool nur Schätzwerte liefert!

Das liegt zum Beispiel daran, dass Amazon bei der Berechnung der Versandgebühren nicht nur Volumen und Gewicht Deines Packstücks einbezieht, sondern auch den Lagerort. So nimmt der Amazon Rechner automatisch an, dass Du aktiv der Lagerung in Polen und Tschechien zugestimmt hast („Programm Mitteleuropa“). Deshalb werden die Versandgebühren ohne den Aufschlag von 0,50 Euro pro Artikel berechnet, der bei Produkten aus deutschen Logistikzentren erhoben wird.

Der Amazon FBA Rechner lässt ebenfalls die Gebühren für den optionalen Etikettierservice oder Verpackungsservice außer Acht. Für eine exakte Auflistung Deiner FBA Kosten solltest Du Dich also nicht auf den Rechner verlassen, sondern Dich mit den Fulfillment by Amazon Gebührenübersichten beschäftigen.

Achtung: Wenn Du Deine Ware selbst verschickst und Deinen Kunden den Versand in Rechnung stellst, beachte bei Deiner Preiskalkulation, dass Amazon auch auf das Porto eine prozentuale Amazon Verkaufsprovision erhebt. Die Verkaufsprovision bezieht sich auf den Gesamtverkaufspreis!

Amazon Lagerkosten 

Die Lagergebühren in den Amazon Logistikzentren basieren auf dem Volumen Deiner Waren, das heißt, sie werden nach Kubikmetern berechnet. Allerdings ist das Fulfillment by Amazon nicht für Artikel verfügbar, die über 30 Kilogramm wiegen. Wegen des Weihnachtsgeschäfts erhöht Amazon von Oktober bis Dezember seine Preise. Ab Januar gilt wieder der Nebensaison Tarif.

Willst Du nur die Amazon Logistikzentren in Deutschland nutzen, erhöhen sich die Gebühren um 0,50 Euro pro Artikel. Um diese Zusatzkosten zu sparen, musst Du Amazon aktiv die Lagerung in Polen oder Tschechien erlauben. Die Genehmigung erteilst Du Amazon über die Einstellungen Deines Verkäuferkontos in Seller Central.

FBA Kosten Ausserhalb von Amazon 

In die Preiskalkulation für Dein FBA Produkt solltest Du neben den Verkaufsgebühren von Amazon aber noch ganz andere Kostenpunkte einfließen lassen. Diese Art von Kosten variieren nicht nur stark in ihrer Höhe, sondern ergeben auch genug Stoff für eine ganze Serie an Blogartikeln. Deswegen handeln wir sie hier nur allgemein ab, damit Du einen guten Überblick hast. 

Die wichtigsten Positionen, die Du neben dem Einkaufspreis für Dein Produkt einzukalkulieren hast, sind:

  • Frachtkosten
  • Verpackungskosten
  • Zollgebühren
  • EUSt, ggf. Verbrauchsteuern
  • Zertifikate, Ursprungszeugnisse 
  • EAN/GTIN Code (Markenregistrierung)
  • Marketing
  • Software

Die Unterschiede bei den Frachtkosten hängen in erster Linie mit dem Transportweg zusammen, während die Zollgebühren in Abhängigkeit von Produktart und Herkunftsland variieren. Wenn Du genaue Details zu Frachtkosten in Erfahrung bringen möchtest, kannst Du Dich mit Deinen Fragen gerne an FreightHub wenden. Bei der Verzollung können wir Dich ebenfalls jederzeit unterstützen, da mehrere Zollexperten zu unserem Team gehören. 

Tipp: Möchtest Du Dich lieber auf eigene Faust mit dem Thema Verzollung beschäftigen, haben wir für Dich einen kostenlosen Zollratgeber vorbereitet, der Dir alle nötigen Infos und Verweise liefert.

Bei Steuerfragen ist selbstverständlich Dein Steuerberater der Ansprechpartner Deiner Wahl, während Du Dich mit Auskünften zu Zertifikaten und Ursprungszeugnissen an TÜV, Zoll und die Handelskammern wenden kannst. 

Neben den harten Zahlen zu Frachtkosten, Zollgebühren oder Zertifikaten spielen aber auch die Soft Skills eine große Rolle: Für einen langfristigen Verkaufserfolg wirst Du in ein gezieltes Marketing investieren müssen. Zu den Kosten für Amazon Advertising bzw. externe Anzeigen kommen vor allem die Themen Produktfotografie und Produktbeschreibungen auf Dich zu. Wenn Du Deine Waren optisch ansprechend präsentierst und aussagekräftige Texte mit Produktinformationen lieferst, kannst Du Deinen Kunden hier einen Mehrwert bieten und Dich damit von der Konkurrenz absetzen

Deine Ausgaben für Buchhaltungs-Software und Recherche-Tools lassen sich, wenn Du Dich einmal für eine bestimmte Software entschieden hast, gut abschätzen. Wenn Du es mit Deiner FBA Karriere ernst meinst, wirst Du früher oder später mit einem Recherchetool arbeiten. Solch ein Tool erspart Dir nicht nur viel Zeit, sondern ist vor allem ein mächtiges Werkzeug, um Dein Amazon Geschäft zu skalieren. Lies hierzu unseren Artikel über das Amazon Analyse-Tool Jungle Scout.

Weiterhin solltest Du Rücklagen für verlorengegangene oder beschädigte Ware, Rücklagen für anwaltliche Beratung wie auch Kosten für Versicherungen, Miete, Strom, etc. bei der Preiskalkulation berücksichtigen.

Amazon Business Gebühren einsparen

Bisher haben wir Dir drei grundlegende Tipps gegeben, wie Du Zeit und Gebühren sparen kannst:

  • ab 40 verkauften Artikeln im Monat das professionelle Konto nutzen
  • Amazon die Lagerung in Tschechien und Polen genehmigen 
  • Recherchetools einsetzen

Ein viel mächtigerer Hebel sind allerdings die Transportkosten. Wenn Du Dein Business vorantreiben willst, wirst Du wegen der günstigen Einkaufspreise bald darauf kommen, Waren aus China zu importieren. Nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus organisatorischen Gründen macht es hier Sinn, einen Spediteur mit Deinem Warenimport zu beauftragen. Wenn es darum geht, Deinen China Import reibungslos in das Amazon Lager zu schicken, ist FreightHub Dein Partner. Vor allem aber profitierst Du von unserer Plattform, da Du Frachtraten online vergleichen und die Kosten vollständig einsehen kannst. So ermittelst Du ohne Umwege den für Dich günstigsten Tarif und hast klare Zahlen für Deine Preiskalkulation.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verzollung, da durch fehlende oder fehlerhafte Dokumente schnell Verzögerungen oder Zusatzgebühren auf Dich zukommen können. Unsere Zollexperten unterstützen Dich gerne bei Deiner Zollabwicklung.

Sprich uns jederzeit an. Wir helfen Dir dabei, Deine Amazon Business Gebühren niedrig zu halten!

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